zeitgeist

2019 | 45 Min.

Zeitgeist ist ein urbanes Tanzstück unter Wasser, welches das Potenzial von temporären Zuständen untersucht.

Große Säulen der westlichen Existenz scheinen grundlegend umfunktioniert zu werden. Wohnort, Arbeit oder Beziehung verlieren ihre Bedeutung als durchgängige Alltagsparameter. Feste Zuordnungen und Regelmäßigkeiten verschwinden zunehmend und werden durch eine Aneinanderreihung vorrübergehender Phasen, Räume, Zeiten oder Möglichkeiten ersetzt. Der Mensch tendiert zum Nischendasein und verändert seine Lebensgestaltung zusehends in Richtung eines dauerhaften Nomadentums durch alle Ebenen unserer Gesellschaft. Die Sozialwissenschaft feiert aktuell den Einzug ihrer nun gesellschaftstragenden Kohorte „Generation Y“ in den PopUp-Räumen unseres kulturellen Gefüges.

Wie entdecken wir ungenutzten Raum und passen uns an? Wie nutzen wir momentane Gegebenheiten und wann ziehen wir weiter?

Der Begriff Zeitgeist beschreibt die Mentalität einer bestimmten Epoche. Die in Gesellschaften vorherrschenden Weltanschauungen, sowie die mit ihnen verbundenen kulturellen Leitideen, ändern sich fortwährend und bilden in ihrer regionalen und zeitlichen Ausprägung den Zeitgeist einer Kultur.

 Mit der Inszenierung von Beständigkeit unter Wasser versteht sich Zeitgeist als Abbild des Trends von temporärer Raumnutzung. Ein Schwerpunkt des Stücks ist die grundsätzliche Erforschung von Tanz und Choreografie unter Wasser, welche aufgrund fehlender Referenzen zu möglichen ähnlichen Projekten als Pionierarbeit empfunden werden könnte. Bei aussetzender Gravitation und angehaltener Luft werden Möglichkeiten von urbanen Bewegungskonzepten analysiert. Aus einer Aneinanderreihung von PopUp-Performances durch sechs Tänzerinnen und Tänzer entsteht ein durchgängiges Werk, welches die Zuseher durch Sichtfenster betrachten können.

Zeitgeist is an underwater urban dance piece, exploring the potential of temporary states.

Great pillars of Western existence seem to undergo considerable functional transformation. Our residences, work or relationships are losing their meaning as consistent everyday parameters. Fixed assignments and regularities are increasingly disappearing and being replaced by a series of transitional phases, spaces, times or opportunities. Humans tend to lead niche existences, noticeably changing their lifestyles towards a lasting nomadism throughout all layers of our society. Social science is currently celebrating the arrival of its now socially responsible cohort "Generation Y" in the pop-up spaces of our cultural social fabric.

How do we discover unused space and adapt to it? How do we use emerging conditions and when do we move on?

The term zeitgeist describes the mentality of a particular era. The worldviews prevailing in societies, as well as the cultural guiding ideas associated with them, are constantly changing, thus, in their regional or temporal forms, creating the zeitgeist of a culture.

By staging permanence underwater, Zeitgeist sees itself as a reflection of the trend towards temporary use of spaces. One major focal point of the piece is the fundamental exploration of dance and choreography under water, which could be perceived as pioneering work due to the lack of references to possible similar projects. With gravitation suspended and the breath held, the possibilities of urban movement concepts are analyzed. From a series of pop-up performances by six dancers, a continuous body of work emerges that the audience can view through glass windows.


Choreography / Concept
Valentin Alfery

Performer
Olivia Mitterhuemer, MARCO PAYER,
Moritz Steinwender, Valentin Alfery, Joana Fürnschuß, Alexander Tesch

APNOE COACH
HENRIETTE KISSLING

MUSIC
HERBIE KOPITAR

Choreographic assistant
farah deen

production
Dušana Baltić

PHOTOGRAPHY BY
JELENA JANKOVIć
Picture on the fridge / Phil Rirsch

TEASER
VIDEO